Da es für den Buick Baujahr 1976 ab dem Jahr 2006 die Möglichkeit gab, ihn mit H-Kennzeichen zuzulassen, wollte ich endlich Nägel mit Köpfen machen und mir ein Auto besorgen.

 

Viele Oldtimerfahrer haben das Ziel, ihr Fahrzeug mit einem H-Kennzeichen zuzulassen. Der Vorteil ist, dass es einen pauschalen Steuersatz 191,00 Euro/Jahr gibt und nicht nach Hubraum versteuert wird. Als Voraussetzung müssen die Fahrzeuge unter anderem mindestens 30 Jahre alt und in gutem technischen sowie optischem Original-Zustand sein.

Der Kfz-Sachverständige führt eine Begutachtung von Oldtimer-Fahrzeugen nach § 21c der StVZO durch.

 

Mein erster 76`er Buick wurde über einen Vermittler in Deutschland aus den USA bezogen und war der totale Blender. Er sollte Note 2-3 sein und entpuppte sich als heruntergewirtschaftetes Eurograb.

 

Doch nachdem ich mich vom Schock erholt hatte, wurde das Auto total zerlegt, um eine Restauration zu wagen.

  

 

In der Zwischenzeit hatte ich einen tollen und wertvollen Kontakt zu DOLLNER CLASSICS aufgebaut und bekam dort schon Türgummis und einige andere Fehleile. Es handelt sich um einen deutschen Ersatzteilhändler in USA, der Autos und Ersatzteil besorgt und auch auf Schrottplätzen Teile sucht. Zusätzlich wickelt Herr Dollner auch ebay.com Geschäfte ab, was ich bis heute nutze.

 

Da ich seit Jahren die ebay-Seiten in Amerika zum Thema Electra 1976 durchforstete, hatte ich Fahrzeuge entdeckt, die besser aussahen als meiner. Trotzdem habe ich zum damaligen Zeitpunkt nichts davon gehalten, ein Auto bei ebay.com zu kaufen.

 

Eines Tages stand wieder mal ein Electra bei ebay zum Verkauf. Er war für eine 4-türige Limousine mit 48.000 Meilen sehr teuer, denn inzwischen kannte ich ja die üblichen Preise. Auf das Auto würde sowieso keiner bieten, denn 2-Türer gehen dort besser und 4-Türer sind Ladenhüter.

 

Zuerst wurde vom Verkäufer nur einige Bilder von außen eingestellt und erst später auf Anfrage auch welche vom Innenraum. Der Zustand sah wirklich Top aus und ich bekam Interesse an diesem Angebot. Das Auto hatte zwar nicht meine Wunschfarbe, aber wenn der Rest stimmt, wäre es okay.

 

Mein Buick war zerlegt und ich habe mir gedacht, das ebay-Auto ist zwar mit Überführung und allen Kosten nicht umsonst, aber immer noch günstiger, als eine Restauration - von der investierten Zeit mal ganz zu schweigen.

 

Ich entschloss mich zum Kauf. Herr Dollner erklärte sich bereit, mich vor Ort zu unterstützen.

 

Nachdem ich die Auktion gewonnen habe, wurde das Auto durch den Verkäufer von Nebraska nach Georgia gefahren und persönlich an Herrn Dollner übergeben. Das war wieder ein gutes Zeichen, denn dann muss es ja fahrtauglich sein.

 

Ich hatte darum gebeten, alle Unterlagen und Schilder zu übergeben und hatte, wie ich finde, auch Glück. So gibt es neben dem aktuellen Titel noch eine Information mit den Daten des ersten Besitzers und dem Tag der Erstzulassung, der dann auch in meinen Fahrzeugpapieren steht.

 

Da das Auto einen großen Kofferraum hat, haben wir überlegt, wie man diesen bis Deutschland nutzen kann. Glücklicherweise wurden einige gute Ersatzteile bei ebay verkauft und Herr Dollner hat zusätzlich noch dies und das besorgt.

 

Nachdem der lange Winter vorbei war, wurde das Auto von Georgia zum Hafen in Miami abgeholt und nach Bremerhaven verschifft.

Dort haben wir ihn am 01.06.2006 abgeholt und durften erleben, wie nach dem 11. September in New York die Sicherheit in Häfen mächtig erhöht wurde. Nun hatte ich die üblichen Dinge wie etwas Benzin, Öl und Wasser für eine anständige Begrüßung mit.

 

Vor dem nächsten Winter wurden erst einmal alle Flüssigkeiten vom Motor, Getriebe, Hinterachse, Bremsflüssigkeit usw. mit dazugehörigen Dichtungen ausgetauscht. Ebenso wurde der Unterboden gereinigt, entrostet und mit Unterbodenschutz versorgt sowie der Lack und das Dach gereinigt und poliert.

 

 

Am 16.06.2007 sollte es dann losgehen. Eine Ausfahrt zu einem Ami-Treffen nach Alt Schwerin in Mecklenburg. Die Rückfahrt verlief jedoch völlig unerwartet. Es gab Probleme. Der Motor lief unrund, nahm kein Gas an und ging auf der Autobahn mehrfach aus. Das bedeutet - keine Servolenkung und der Zündschlüssel lässt sich nicht in die Fahrstufe "D" drehen - also auf "N" schalten und Startversuch durchführen. Immer schön auf die Leitplanke achten.

 

Ich habe es dann vorgezogen, den ADAC zu rufen und nach ca. 2 h, als starker Regen einsetzte, kam er dann endlich. Er konnte aber auch nichts finden, hatte aber den Verdacht, dass der Benzinfilter dicht ist durch Rost bzw. Dreck im Tank. Wo der Filter sich befindet, wussten wir beide nicht.

Ich habe zwar bei M&F alle aufgeführten Filter bestellt, die mir eine kleine Werkstatt, die auch selbst Ami`s fahren, gewechselt hat. Da der Benzinfilter im Katalog jedoch keine Bestell-Nr. hatte, war dieser unbemerkt nicht bestellt und gewechselt worden - was mir nun zum Verhängnis geworden war.

 

Um die Zuverlässigkeit zu erhöhen wurden Benzinfilter, Fernlichtschalter und Unterdruckschläuche am Motor getauscht.

Es war mir aber nicht genug und um selber mehr machen zu können, baute ich mir eine gebrauchte Hebebühne ein. Nun wurde fast alles zerlegt, um es zu reinigen, zu konservieren und wieder zusammenzusetzen.

Da mein Buick beim Kauf in gutem Zustand war und er nur 48.000 Meilen auf der „Uhr“ hat, konnte ich sehr viele Teile nach dem Reinigen wieder anschrauben.

 

Ich habe auch den Tank von innen beschichtet und sehr viele Teile wie Stoßstangen innen, Federn, Fahrwerksteile, Hinterachse mit POR 15 behandelt. Alle Bremsschläuche, Fahrwerksbuchsen, Stoßdämpfer.......usw. getauscht. Im Jahr 2009 kam der Innenraum dran, wobei Armaturenbrett und Türverkleidungen bezogen wurden, da sie Risse hatten. Da der Lack viele Steinschläge und einige kleine Dellen und das Venyldach ebenfalls eine geklebte Stelle hatte, wurde das Venyldach erneuert und das Auto komplett lackiert.

 

Es gab auch Dinge am Auto, die nicht funktionsfähig waren wie Automatikantenne, Uhr und Tempomat. Die Werkstatt hat gute Arbeit geleistet und heute funktioniert alles wieder.

 

Zum Ende des Jahres 2009 habe ich meinen 1976 Electra Limited auch fahrfertig bekommen.

 

Inzwischen habe ich beide Vorbesitzer angeschrieben und es haben beide geantwortet. Die Frau des 1. Besitzers hat mir noch zwei Schreiben das Auto betreffend geschickt - es handelt sich um die Fahrzeugbestellung und Post vom Händler zu GM.

  

Zu den oben genannten Punkten für die H-Zulassung hatte ich noch folgende Dekra-Auflagen zu erfüllen:

  - 4 x Scheinwerfer tauschen

  - Tacho muss km/h anzeigen

  - hinten Katzenaugen mit Prüfnummer

Der 1. befragte Prüfer forderte noch:

  - eine Abschleppöse vorn

  - hinten getrennte Sicherungen für die Rücklichter

  - hinteren seitlichen Positionslampen müssen gelb oder aus sein

 

Weiterhin wurde eine Unbedenklichkeitsbescheinigung beim Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg beantragt. Es wird hierbei geprüft, ob das Fahrzeug z.B. gesucht wird.

Eine Ausnahmegenehmigung nach § 70 StVZO beim Landesamt für Bauen und Verkehr für

  - § 53 a Warnblinkkontrolle grün

  - § 54    Fahrtrichtungsanzeiger hinten rot kombiniert mit Bremsleuchte

gehörte bei mir auch dazu.

 

Da amerikanische Nummernschilder kleiner sind, gibt es oft Probleme bei der Vergabe der Schilder in Deutschland. Die Zulassungsstelle kann kleine Schilder herausgeben, doch für viele Stellen ist ein kleines Nummernschild nicht normal. Es wird nur im „Notfall“ vergeben und sie bestehen auf großen Schildern. Doch ich hatte Glück, denn im Dekra-Gutachten wurde auch die Schildergröße beschrieben und die Behörde konnte sich anschließen.

 

Es ist eine Herausforderung mit einem Auto und 4 Leuten in eine Hafenzone einzufahren und zwei Autos mit 4 Leuten wieder raus!

Auch die Zollabnahme verzögerte sich erheblich.

Ein weiteres Problem war, dass keine ec-Karten, sondern nur Bargeld angenommen wurde. So mussten wir wieder aus dem Hafen in die Stadt, um einen Geldautomaten zu suchen.

 

Auf der Autobahn bis nach Hause etwa 450 km ohne Probleme.

Meine Unruhe, ob das Auto durchhält und was sonst noch passieren kann, schlug dann doch schnell in Begeisterung um.

 

Einfach ein tolles Auto.

 

© Buick Electra Limited 1976

Haubenemblem

Für mich eines der schönsten Haubenembleme, die man so

an Automobilen findet !!!

Es gibt für mich eine sehr 
schöne NEUIGKEIT !!!

Ein Buick spielt in einem 
sehr lustigen Film mit.

Es handelt sich um den Film:

"Einmal ist keinmal"
(Jahrgang 2012)

Die Fahrerin ist die schöne
Katherine Haigl...



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